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„Auch in diesem Jahr und im größten Teil des nächsten Jahres dürften die Zinsen nicht steigen“

Die EZB hat das Ende ihrer Anleihekäufe angekündigt.

19. Juni 2018

Die Europäische Zentralbank (EZB) hört zum Ende des Jahres 2018 auf, neue Anleihen anzukaufen. Das gab EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag in der lettischen Hauptstadt Riga bekannt. Damit läutet Draghi das Ende einer außergewöhnlichen geldpolitischen Ära ein – die der scheinbar unbegrenzten Liquidität an den Finanzmärkten.

Das Ende der Niedrigzinsen bedeutet die Entscheidung aber noch lange nicht – zumindest nicht für Privatanleger. Das erklärte Wirtschaftsredakteur Klemens Kindermann, der die Entscheidung in einem Gespräch im Deutschlandfunk inhaltlich einordnete: „Auch in diesem Jahr und im größten Teil des nächsten Jahres dürften die Zinsen nicht steigen. Sie werden der EZB zufolge bis mindestens Sommer 2019 wohl auf dem Rekordtief von null Prozent bleiben.“ Das wirklich Bittere daran, so Kindermann weiter, seien aber nicht die niedrigen Zinsen an sich – sondern die gleichzeitig steigenden Inflationsraten: „Die Inflation steigt – schon über 2 Prozent – das heißt, das Geld wird weiter aufgefressen, wird weniger. Aber seit heute gibt es zumindest den Lichtstreif am Geldhorizont: Es wird besser.”

Doch selbst, wenn es besser wird, dürfte es noch lange dauern, bis die Zinsen wieder nennenswert steigen – falls überhaupt. Für Anleger ist das ein Grund mehr, Aktien oder Aktienfonds zu kaufen, sofern es zu ihren Zielen und ihrer Risikobereitschaft passt – denn langfristig sind Aktien die rentabelste Anlageklasse. 

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