Prospery Finance Forum

Wein zur Diversifikation bei der Geldanlage

Über die alternative Anlagemöglichkeit mit Diversifikationspotenzial haben geladene Experten beim Prospery Finance Forum diskutiert.

28. Juni 2018

„Ich habe mit Wein mehr Geld verdient als mit Aktien“. Mit diesen markigen Worten überraschte Weinexperte Valentin Brodbecker sicherlich den einen oder anderen Teilnehmer beim jüngsten Prospery Finance Forum in Frankfurt. Weininteressierte und Investmentstrategen diskutierten hier am 21. Juni gemeinsam über das Thema „Wein als Investment“. Und dass eine Weinflasche richtig Rendite bringen kann, konnte Brodbecker aus eigener Erfahrung berichten. Mit einer Flasche Chateau Petrus hat der Vermögensberater schon einmal 2.500 Euro Gewinn gemacht. 

Doch das Finance Forum bewies: Es geht noch viel spektakulärer. So berichtete Brodbecker unter anderem vom sogenannten „James Bond Wein“. Zwei Flaschen dieses 1959er Dom Pérignon Rosé wurden im August 2008 auf einer Auktion auf 6.000 US-Dollar taxiert. Verkauft wurden sie im Endeffekt dann aber für sage und schreibe 85.000 US-Dollar. Die teuerste Einzelflasche hingegen kam im Oktober 2010 in Hongkong unter den Hammer. Dort brachte ein 1869er Chateau Lafite Rothschild einen Erlös von 232.692 US-Dollar. Der teuerste deutsche Wein wurde im September 2015 auf der VDP-Versteigerung in Trier erzielt: Eine Flasche des 2003er Scharzhofberger Trockenbeerenauslese von Egon Müller erzielte bei der Auktion einen stolzen Preis von 12.000 Euro.

 
Gleichwohl sind solche Weine mit extremen Wertsteigerungen eher die Ausnahme. Fünf bis zehn Prozent durchschnittliche jährliche Rendite für fachkundige Direktinvestments sind Brodbecker zufolge jedoch möglich. Zudem bezeichnete er Wein als „eine lukrative, solide und krisenfeste Sachwertanlage.“ Entscheiden müssen sich Investoren allerdings, ob sie das kostbare Nass aufwendig im eigenen Keller oder in gut organisierten Kellergemeinschaften lagern. Alternativ können sie sich auch ein von Profis gemanagtes Weindepot zulegen.
 
Wer nicht über die nötige Fachkenntnis für den Einkauf von Weinen verfügt, die aufgrund ihrer Qualität oder ihres Jahrgangs langfristig an Wert gewinnen könnten, kann mit Weinaktien in den Weinmarkt investieren. Alexander Langhorst, Geschäftsführer und Investmentanalyst bei GSC Research, erläuterte die Vorteile dieser Variante auf dem Finance Forum – nämlich die Möglichkeit der Diversifikation und der damit einhergehenden Risikosteuerung, etwa in verschiedene AGs und Geschäftsmodelle oder auch in unterschiedliche Regionen und Währungen. Zudem rät Langhorst, dass sich interessierte Anleger nicht nur die Zahlen der Unternehmen anschauen sollen, sondern auch die agierenden Personen - und ob diese „ihr Geschäftsmodell auch wirklich leben“.
 
Denn ein guter Wein ist von vielen Faktoren abhängig, vor allem aber von dem Fachwissen und der Leidenschaft der Winzer für ihr Produkt. Natascha Popp von die weinräte weiß, dass dies häufig unterschätzt wird. Das Unternehmen vermittelt Weingüter an Investoren, Winzer und Quereinsteiger und unterstützt sie bei alltäglichen Fragestellungen wie Weinbautechnik, Kellerwirtschaft, Verkauf und Marketing oder Personalführung. „Weingüter sind für viele Menschen ein Sehnsuchtsort, aber es gibt einen großen Unterschied zwischen Traum und Wirklichkeit“, warnte sie auf dem Finance Forum. Ein Weingut zu betreiben sei vor allem harte Arbeit und die Rendite in der Regel eher niedrig. Aktuell entwickeln "die weinräte" ein ganz neues Beteiligungsmodell für Investoren. Im kommenden Jahr wollen sie damit an den Markt gehen. Ziel ist es, erfahrenen wie auch Jungwinzern ohne eigenes Weingut die Chance zu geben, in die Branche einzusteigen. 
 
Nach so viel Theorie durfte eine Weinverkostung natürlich nicht fehlen. Frederik zu Knyphausen, Geschäftsführer des Weinguts Baron Knyphausen, schenkte auf dem Prospery Finance Forum edle Tropfen aus und stand den Teilnehmern der Veranstaltung für Fragen zur Praxis des Weinbetriebes zur Verfügung.
 
Prospery beschäftigt sich leidenschaftlich mit den Entwicklungen in der Finanzszene. Mit dem Prospery Finance Forum will Prospery Menschen mit interessanten Meinungen und Angeboten in der sich verändernden Branche zusammenbringen und ein Forum für anregenden Austausch und Diskussionen schaffen. Das Thema „Wein als Investment“ hat Prospery unter anderem ausgewählt, um Anlegern neben den klassischen Anlageklassen eine alternativere Investmentmöglichkeit, die Anleger zur Diversifikation nutzen können, nahe zu bringen. 

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