The Future of Wealth

Renditekick

Der Sicherheitsfußball hat ausgedient. Auch Anleger müssen offensiver agieren, damit etwas Zählbares dabei herauskommt.

17. Juli 2018

Nur wer sich ändert, bleibt sich treu. Beim Fußball waren die Spanier und die Deutschen in den vergangenen Jahren das Maß aller Dinge. Waren. Die Iberer wurden 2008 und 2012 Europameister sowie 2010 Weltmeister. Die Deutschen gewannen 2014 den WM-Titel. Aber wo waren die Meister der runden Kugel bei der WM in Russland? Was man von ihnen gesehen hat, war nicht berauschend. Vor allem das deutsche Team war erschreckend schwach. 

Der Tiki-Taka-Fußball, den die Spanier vor zehn Jahren erfunden haben, hat sich ausgespielt. Ballbesitz, Kurzpassspiel, Sicherheitsfußball – das bringt keine Punkte mehr. Abgesehen davon, dass die Altmeister aus Spanien und Deutschland das Publikum mit ihrem zum Teil motivationslos anmutenden Hin-und-Her-Gepasse langweilten. Da machte es schon eher Spaß, den Brasilianern, den Belgiern, den Engländern, den Kroaten und natürlich auch den Franzosen zuzusehen, deren Profis tatsächlich Fußball spielen und mit schnellen Gegenstößen ihre Gegner überraschen können.
Was das alles mit Geldanlage zu tun hat? Nun ja. Eine gewisse Analogie ist nicht zu verkennen. Früher – etwa vor zehn Jahren – konnte man noch sicher und erfolgreich Geld anlegen. So erwirtschafteten beispielsweise die als sicher geltenden zehnjährigen Bundesanleihen eine Rendite von mehr als vier Prozent pro Jahr. Aber das ist lange her. So wie der Besitz- und Sicherheitsfußball keinen Mehrwert mehr bietet, können defensive Investments allein keinen Anleger mehr begeistern.

In schwierigen Phasen alles beim Alten zu belassen, ist keine gute Idee. Anleger müssen mehr wagen, wenn sie ihren Zielen näher kommen wollen. Das heißt auch mal angreifen. Etwa, indem man auf Aktien oder Rohstoffe setzt. Das heißt aber nicht, alles auf eine Karte zu setzen. Fußballer würden hier von „kontrollierter Offensive“ sprechen. Dynamisch spielen und zugleich nach hinten absichern. Natürlich sollten Anleger nicht ihren kompletten Kapitaleinsatz auf renditeträchtige Assets setzen – viel zu riskant. Viele Börsianer machen es so, dass sie nur mit einem kleinen Teil ihres Geldes etwas riskanter investieren. Für sie ist dies der Renditekick. Andere streuen ihr Kapital auf unterschiedliche Anlageklassen und Regionen, um ihr Risiko auf viele verschiedene Werte zu verteilen. Dies geht zum Beispiel mit Mischfonds, die in verschiedene Assets investieren.

Also: Was früher einmal gut war, ist heute vielleicht schon wieder Schnee von gestern. Das gilt sowohl für den Fußball der Spanier und der Deutschen als auch für die Sparer und Anleger. Wer ein Dribbling wagt, kann seinen Zielen näher kommen. Zwischendurch mal durchatmen, nach hinten absichern und dann wieder angreifen. Wir sind gespannt, wie es die spanischen und die deutschen Kicker in zwei Jahren bei der Europameisterschaft anstellen wollen, wieder vorne mit dabei zu sein. Und was tun Sie, um zu reüssieren? Sie wissen schon: Von Nichts kommt Nichts. „Nur wer sich ändert, bleibt sich treu“, sang einst der Liedermacher und Dichter Wolf Biermann.

Dynamisch spielen und zugleich nach hinten absichern
Trotz einer offensiven Strategie sollten Anleger natürlich immer auf ein ausgeglichenes, diversifiziertes Portfolio achten und vor allem den individuellen Risikoappetit sowie die eigene Risikotragfähigkeit miteinbeziehen.

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