Prospery GmbH

Kundeninformation 

über die Grundsätze im Umgang mit Interessenkonflikten

Kundeninformation über die Grundsätze
im Umgang mit Interessenkonflikten

1) Einleitung

Interessenkonflikte lassen sich insbesondere bei Finanzdienstleistungsinstituten wie der Prospery GmbH („Prospery“), die für ihre Kunden unter anderem Wertpapierdienstleistungen und Wertpapiernebendienstleistungen erbringen, nicht immer ausschließen. In Übereinstimmung mit den Vorgaben des Wertpapierhandelsgesetzes informieren wir Sie daher nachfolgend über unsere weitreichenden Vorkehrungen zur Vermeidung einer Beeinträchtigung von Kundeninteressen durch Interessenkonflikte und zur Sicherstellung der Integrität bei der Erbringung der jeweiligen Wertpapierdienstleistung, indem wir Ihnen unsere Grundsätze im Umgang mit Interessenkonflikten wie folgt erläutern.

2) Quellen und Arten von Interessenkonflikten

Es gibt viele Arten von Interessenkonflikten, die ein breites Spektrum von Verhaltensweisen und Gegebenheiten betreffen. In der Regel entsteht ein Interessenkonflikt dann, wenn zwei oder mehrere Personen widersprechende Interessen haben und zwischen diesen Personen eine Sorgfalts oder Treuepflicht besteht. Ein Mitarbeiter kann im Rahmen seiner Arbeit bei der Prospery in einen Interessenkonflikt geraten, der unter Umständen sein fachmännisches Urteil oder seine Objektivität beeinträchtigen oder beeinflussen oder die ordnungsgemäße Erfüllung der Pflichten und Verantwortlichkeiten, die der Mitarbeiter der Prospery gegenüber zu erfüllen hat, anderweitig beeinträchtigen kann. Wenn Interessenkonflikte nicht erkannt und angemessen geregelt werden, könnte dies zu unangemessenen oder nachteiligen Konsequenzen für Kunden, für die Prospery, deren Mitarbeiter oder Geschäftspartner führen.

Für die Prospery relevante Interessenkonflikte im Zusammenhang mit einer Wertpapierdienstleistung wie der Finanzportfolioverwaltung („Vermögensverwaltung“) können unter anderem auftreten zwischen:

  • der Prospery und einem oder mehreren Kunden,
  • einem Mitarbeiter und einem Kunden,
  • einem als Vertreter benannten Dritten und einem Kunden,
  • zwei oder mehreren Kunden, und zwar im Kontext der Erbringung von Leistungen durch die Prospery für diese Kunden,
  • einem Mitarbeiter und der Prospery bzw. deren Geschäftsleitung,
  • einzelnen Einheiten der Prospery,
  • einzelnen Mitarbeitern der Prospery,
  • einem Inhaber einer wesentlichen Beteiligung und der Prospery,
  • der Prospery, ihrer Muttergesellschaft ABN AMRO Bank N.V. bzw. ABN AMROKonzerneinheiten wie z.B. der ABN AMRO Investment Solutions („AAIS“),
  • ABN AMROKonzerneinheiten,
  • einem als Vertreter benannten Dritten und der Prospery oder
  • der Prospery und ihren Lieferanten und sonstigen Dienstleistern.

Die Prospery muss auf Dauer wirksame organisatorische Vorkehrungen zur Erkennung und Vermeidung von Interessenkonflikten treffen. Kann ein Interessenkonflikt nicht vermieden werden, müssen Maßnahmen ergriffen werden, die diesen Interessenkonflikt regeln. Dazu zählen das Aufzeigen möglicher Interessenkonflikte, die schriftliche Niederlegung von Grundsätzen für den Umgang mit möglichen Interessenkonflikten sowie deren Beachtung.

Trotz aller Maßnahmen ist es nicht immer möglich, Interessenkonflikte zu vermeiden oder zu lösen. In diesem Fall ist die Prospery zur Offenlegung der betreffenden Interessenkonflikte ihren Kunden gegenüber verpflichtet. Die von uns getroffenen Vorkehrungen zum Umgang mit den Interessenkonflikten legen wir Ihnen im Folgenden dar:

Interessenkonflikte bei den von der Prospery erbrachten Wertpapierdienstleistungen können sich insbesondere ergeben

in der Vermögensverwaltung aus dem eigenen (Umsatz) Interesse oder einem anderen finanziellen Vorteil unseres Hauses und unserer Gruppe am Absatz von bestimmten Finanzinstrumenten, insbesondere eigener Produkte, zulasten von Kunden;

  • aus dem Interesse der Prospery an einem bestimmten Ergebnis der für Kunden erbrachten Vermögensverwaltung, das nicht mit dem Kundeninteresse an dem Ergebnis übereinstimmt;
  • bei einem finanziellen oder sonstigen Anreiz für Prospery oder einen ihrer Mitarbeiter, die Interessen eines Kunden oder einer Kundengruppe über die Interessen anderer Kunden zu stellen; 
  • bei einer erfolgsbezogenen Vergütung der Prospery;
  • durch erfolgsbezogene Vergütung von Mitarbeitern und von Mitgliedern der Geschäftsleitung;
  • bei Erhalt oder Gewähr von Zuwendungen (Vertriebsfolgeprovisionen/geldwerten Vorteilen) von Dritten oder an Dritte im Zusammenhang mit Wertpapierdienstleistungen und
  • Wertpapiernebendienstleistungen;
  • bei Gewähr von Zuwendungen an unsere Mitarbeiter und an Mitglieder der Geschäftsleitung;
  • aus anderen Geschäftstätigkeiten der Prospery und der ABN AMRO Gruppe, insbesondere aus dem Bereich der Herleitung von Vermögensstrategien und sonstigen Dienstleistungen der Finanzplanung;
  • aus Beziehungen der Prospery oder der ABN AMRO Gruppe mit Emittenten von Finanzinstrumenten, etwa bei Bestehen einer Kreditbeziehung, der Mitwirkung an Emissionen, bei Kooperationen;
  • durch Erlangung von Informationen, die nicht öffentlich bekannt sind; aus persönlichen Beziehungen unserer Mitarbeiter oder der Geschäftsleitung oder der mit diesen verbundenen Personen oder bei der Mitwirkung dieser Personen in Aufsichts oder Beiräten.
  • durch Kundenwünsche, die im Konflikt mit anderen Kundenaufträgen stehen;
  • durch Erlangung von Informationen, die nicht öffentlich bekannt sind;

3) Organisatorische Vorkehrungen

Um zu vermeiden, dass sachfremde Interessen zum Beispiel die Vermögensverwaltung beeinflussen, haben wir uns und unsere Mitarbeiter auf hohe ethische Standards verpflichtet. Wir erwarten jederzeit Sorgfalt und Redlichkeit, rechtmäßiges und professionelles Handeln, die Beachtung von Marktstandards und insbesondere immer die Beachtung des Kundeninteresses. Unsere Mitarbeiter sind verpflichtet, diese Standards und Verhaltenspflichten zu beachten. Darüber hinaus bestehen zum Schutz unserer Kunden, vor allem zur wirksamen Verhinderung von Kundenbenachteiligungen in der Prospery, Grundsätze zu Identifikation, Vermeidung und Management von Interessenkonflikten (Conflicts of Interests Policy).

Der unabhängigen ComplianceFunktion der Prospery, die der Geschäftsleitung direkt unterstellt ist, obliegt die fortlaufende Identifikation, Vermeidung und das Management von Interessenkonflikten. Jeder Mitarbeiter ist verpflichtet, Interessenkonflikte zu melden.

Im Einzelnen ergreifen wir neben dem Führen einer Interessenkonfliktliste unter anderem folgende Maßnahmen:

  • Schaffung organisatorischer Verfahren zur Wahrung des Kundeninteresses wie z.B. in der Vermögensverwaltung z. B. durch das Erlaubnisverfahren für neue Produkte und den Investmentauswahlprozess;
  • Erhaltung bestehender und Schaffung neuer Vertraulichkeitsbereiche durch Beibehaltung oder Errichtung von Informationsbarrieren, Trennung von Verantwortlichkeiten sowie räumliche Trennung;
  • Offenlegung von persönlichen Wertpapiergeschäften („Mitarbeitergeschäfte“) solcher Mitarbeiter gegenüber der ComplianceFunktion, bei denen im Rahmen ihrer Tätigkeit Interessenkonflikte auftreten können (Überwachung der Einhaltung der Mitarbeiterleitsätze);
  • Regelungen über die Annahme und Gewährung von Zuwendungen oder Geschenken und sonstigen Vorteilen sowie deren Offenlegung;
  • Führung einer Insider bzw. Beobachtungsliste, die der Überwachung des sensiblen Informationsaufkommens sowie der Verhinderung eines Missbrauchs von Insiderinformationen dient;
  • Führung einer Sperrliste, die unter anderem dazu dient, möglichen Interessenkonflikten durch Geschäfts oder Beratungsverbote oder ein Verbot von Finanzanalysen zu begegnen;
  • Verhinderung unsachgemäßer Einflussnahme;
  • Schulungen unserer Mitarbeiter zur Beachtung der geltenden Verhaltens und Organisationspflichten;
  • Regelungen über die Ausführung von Kundenorders in der Vermögensverwaltung;
  • Offenlegung von Interessenkonflikten, deren Vermeidung oder Lösung nicht möglich ist, vor der Durchführung unserer Dienstleistung.
  • Schaffung einer Vergütungsstruktur, die gewährleistet, dass keine Interessenkonflikte oder Anreize geschaffen werden, die Mitarbeiter verleiten könnten, ihre eigenen Interessen oder die Interessen der Prospery zum potenziellen Nachteil eines Kunden zu begünstigen.

Auf Ihren Wunsch können wir Ihnen weitere Einzelheiten zu bestehenden Interessenkonflikten und den von uns ergriffenen Maßnahmen zur Verfügung stellen.

4) Offenlegung und Nichtausführung der Dienstleistung

Wenn die organisatorischen Vorkehrungen nicht ausreichen, um nach vernünftigem Ermessen das Risiko einer Beeinträchtigung der Kundeninteressen zu vermeiden, wird Prospery Art und Ursache des konkreten Interessenkonflikts gegenüber den betroffenen Kunden vor einem Geschäftsabschluss offenlegen. Prospery wird die betroffenen Kunden hinreichend detailliert informieren, damit die Kunden entscheiden können, ob sie die Wertpapierdienstleistung trotz der Konfliktlage in Anspruch nehmen möchten.

Prospery kann davon absehen, eine konfliktbehaftete Wertpapierdienstleistung zu erbringen, wenn es ihr nicht möglich ist, den konkreten Interessenkonflikt in einer anderen Form zu bewältigen.

5) Beispiele bestehender und möglicher Interessenkonflikte

Auf die folgenden möglichen Interessenkonflikte möchten wir Sie insbesondere hinweisen:

  • In der Vermögensverwaltung hat der Kunde die Verwaltung und damit auch die Entscheidung über den Kauf und Verkauf von Finanzinstrumenten auf uns delegiert. Damit treffen wir im Rahmen des vom Kunden vorgegebenen Risikoprofils die Entscheidungen über Käufe und Verkäufe, ohne die Zustimmung des Kunden einzuholen. Diese Konstellation kann einen bestehenden Interessenkonflikt verstärken. Den hieraus resultierenden Risiken begegnen wir durch geeignete organisatorische Maßnahmen, insbesondere einen am Kundeninteresse ausgerichteten Investmentauswahlprozess und die Einrichtung eines Investment Committee („IC“), in dem wesentliche Entscheidungen der Vermögensverwaltung getroffen bzw. überprüft werden. Neben den ständigen Mitgliedern des IC wie dem für die Vermögensverwaltung zuständigen Geschäftsführer in seiner Funktion als Chief Executive Officer, einem Spezialisten der Vermögensverwaltung und dem Chief Operating Officer nimmt auch der ComplianceBeauftragte als ständiger Gast an den ICSitzungen teil. 
  • Ein weiterer bei der Vermögensverwaltung typischer Interessenskonflikt kann sich bei der Vereinbarung einer performanceabhängigen Vergütung ergeben. Hier ist nicht auszuschließen, dass der Verwalter zur Erzielung einer möglichst hohen Performance und damit einer erhöhten Vergütung unverhältnismäßige Risiken eingeht. Prospery verzichtet deshalb hinsichtlich der Vergütung für ihre Vermögensverwaltungsleistungen auf die Vereinbarung einer performanceabhängigen Entgeltkomponente. Zurzeit investiert Prospery im Rahmen ihrer Vermögensverwaltung für ihre Kunden unter anderem in Anteile der offenen Investmentfonds „Prospery Growth“ und „Prospery Defensive“. Dabei handelt es sich um Teilfonds des ABN AMRO MultiManager Funds, Luxemburg. In beiden Investmentfonds erhält AAIS als Fondsvermögensverwalter eine performanceabhängige Vergütung. Prospery reduziert hier das Risiko eines Interessenkonflikts unter anderem durch eine interne Überwachung der getroffenen Anlageentscheidungen und der Verhältnismäßigkeit der in den beiden Investmentfonds eingegangenen Risiken.
  • Ein Interessenkonflikt kann sich auch daraus ergeben, wenn verschiedene Funktionen im ABN AMRO Konzern wahrgenommen werden, z.B. als Vermögensverwalter, als Emittent von Wertpapieren, als preisstellende oder preisermittelnde Partei wie AAIS bzw. Depot und Konto führende Partei wie AABNV, da in solchen Fällen Geschäfte im Rahmen der Vermögensverwaltung im Namen des Kunden und für dessen Rechnung von uns mit Gesellschaften der ABN AMRO Gruppe abgeschlossen werden. Den hieraus resultierenden Risiken begegnen wir insbesondere durch einen am Kundeninteresse ausgerichteten Investmentauswahlprozess sowie den Abschluss von Geschäften zu marktgerechten Bedingungen, der Vermeidung von Incentivierungen jeder Art und der Offenlegung der jeweils relevanten Geschäftsbeziehung und des sich daraus möglicherweise ergebenden Interessenkonflikts.

  • Schließlich erhalten wir von anderen Dienstleistern im Zusammenhang mit dem Wertpapiergeschäft unentgeltliche Zuwendungen wie Anlageempfehlungen und Anlagestrategieempfehlungen (zusammen „Finanzanalysen“) oder sonstiges Informationsmaterial, Schulungen und zum Teil technische Dienste und Ausrüstung für den Zugriff auf Drittinformations und verbreitungssysteme. Die Entgegennahme derartiger Zuwendungsleistungen steht nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit den Ihnen gegenüber erbrachten Dienstleistungen; wir nutzen diese Zuwendungen dazu, unsere Dienstleistungen in der von Ihnen beanspruchten hohen Qualität zu erbringen und fortlaufend zu verbessern, ohne die Interessen der Kunden wesentlich zu beeinträchtigen.